Herren I: Am liebsten vollzählig

Der SC Falke Saerbeck startet an diesem Sonntag gegen den SC Dörenthe. Wo das Team sportlich steht? Der Trainer weiß auf diese Frage keine klare Antwort. Und das hat Gründe.
Eine verlässliche Stütze der Saerbecker Mannschaft ist ihr Mannschaftsführer Bertram Schütz. Er soll das Team auch zum Jahresauftakt gegen Dörenthe aufs Spielfeld führen.

Eine verlässliche Stütze der Saerbecker Mannschaft ist ihr Mannschaftsführer Bertram Schütz. Er soll das Team auch zum Jahresauftakt gegen Dörenthe aufs Spielfeld führen. Foto: scha

Nicht nur hier in der Region, wohl überall in Deutschland haben sich die Fußballplätze in holprige Wiesen mit Zusatzfurche verwandelt. Speziell aber durch die Absage des Pokalspiels in Lotte ist bekannt, dass der derzeitige Zustand der Rasenflächen im Tecklenburger Land einem schnellen und gepflegten Passspiel abträglich ist. Das Grün im Saerbecker Stadion bildet da keine Ausnahme. Ein Grund dafür, dass der Trainingsbetrieb stockt und auch die Vorbereitung nur schleppend voran ging, wie Falke-Trainer Franjo Wienke berichtet. „Ganz ehrlich? Keine Ahnung, wo wir stehen.“

Seine Mannschaft startet an diesem Wochenende in die Rückrunde. Mit dem SC Dörenthe, momentan Tabellenzweiter, wartet gleich ein echter Gradmesser auf das Falke-Team. „Ich glaube, die Jungs sind heiß auf das Spiel. Derbys sind immer gut. Da kommen wir direkt richtig in Fahrt“, glaubt Wienke.

So richtig wissen sie in Saerbeck nicht, wie sie die eigene Leistung der Hinrunde beurteilen sollen. Nach der Sensationssaison 2015/2016, die das Team auf einem hervorragenden zweiten Platz abschloss, fielen die Falken in der laufenden Spielzeit nicht grade durch serielle Spitzenleistungen auf. Vor allem beim 1:7 gegen Laggenbeck oder beim 1:5 war Saerbeck kein angemessener Gegner. Nun muss man kein Wissenschaftler sein, um den kausalen Zusammenhang zwischen Spielstand und dem zur Verfügung stehenden Personal herzustellen. „Das ist leider so, wir haben nicht so einen breiten Kader, wenn unsere Stammkräfte fehlen, dann kriegen wir Probleme“, sagt Wienke. Nicht immer so scheint es, habe der Fußball im Terminkalender oberste Priorität gehabt: was Wienke einerseits versteht, was ihn andererseits natürlich wurmt. „Was soll ich machen? Meist sind es gute Gründe. Studium, Ausbildung, Beruf – das alles geht vor, das muss auch so sein.“ An dieser Stelle also kein Vorwurf vom Übungsleiter.

Aktuell rangieren die Falken auf Rang sechs und obwohl Wienke zum Auftakt einen 18-köpfigen Kader zur Verfügung hat, bereitet ihm der ein oder anderen Abgang Sorgen. Falkes Lebensversicherung Felix Steuter steht aus beruflichen Gründen auf absehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung. Auch Manuel Pottmeyer und Niclas Musies haben sich bis auf weiteres abgemeldet. Hinzu kommen einige Gripperekonvaleszenten und angeschlagene Akteure.

Wienke, der den Verein im Sommer in Richtung Brochterbeck verlässt (wir berichteten) ist nach wie vor von der Qualität seines Kaders vollends überzeugt. „Wir haben hier eine richtig gute Mannschaft beisammen“, sagt er.

Er muss es wissen: Niemand kennt die Spieler so gut wie er – viele von ihnen hat er schon im Jugendbereich ausgebildet. „Wenn wir einen guten Tag haben, können wir mit jeder Mannschaft in der Liga mithalten“, sagt der Falke-Verantwortliche. Dass es für einen guten Tag hilfreich ist, in Bestbesetzung aufzulaufen, braucht er nicht extra zu erwähnen. „Wir überlassen nichts dem Zufall. Wer mich kennt, weiß, dass ich einen hohen Anspruch habe. Wir werden genauso weiter arbeiten wie bisher und wollen in der Rückrunde so viele Punkte holen wie möglich.“

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