Unter Marktwert: Falke-Abstieg vermeidbar

Für die Falke-Handballerinnen hätte es 2015/2016 wahrlich besser laufen können. Gerade erst waren sie aus der Landesliga abgestiegen, und das nach nur einem Jahr. Auch in der Bezirksliga hagelte es dann eine Niederlage nach der anderen. Am Ende ging es für die Saerbeckerinnen – trotz der durch die Ligen-Reform lange Zeit aussichtsreichen Situation – erneut eine Spielklasse abwärts. Unsere Mitarbeiterin Heidrun Riese sprach mit Trainerin Linda Steltenkamp über eine schwierige Saison.

 

Nachdem Ihre Mannschaft auch das zweite Relegationsspiel gegen den TV Borghorst verloren hat, haben Sie von einem verdienten Abstieg gesprochen. Wie sehen Sie die Situation mit etwas Abstand?

Linda Steltenkamp: Immer noch genauso, gerade mit Blick auf die gesamte Saison. Wir sind nun mal auf dem letzten Platz gelandet und normalerweise bedeutet das gleich den Abstieg. Durch die Ligen-Reform hatten wir noch eine Chance auf den Klassenerhalt, aber wir haben beide Relegationsspiele verloren. Dadurch sind wir verdient abgestiegen. Das klingt vielleicht erstmal hart, aber letztlich ist es halt so.

Was haben Sie Ihrer Mannschaft gesagt, als der Abstieg feststand?

Linda Steltenkamp: Ich habe die Mannschaft direkt nach dem Spiel zusammengerufen und gesagt, dass wir dem verpassten Klassenerhalt nicht lange hinterher trauern und die Saison ganz schnell abhaken sollten. Wir müssen jetzt einen Neuanfang starten. Ganz klares Ziel ist, wieder nach oben zu kommen.

Wollen Sie direkt wieder aufsteigen?

Linda Steltenkamp: Am liebsten ja. Da wir gezeigt haben, dass wir deutlich besser spielen können, glaube ich auch, dass es möglich ist. Wir haben aber noch ganz viel Arbeit vor uns.

Sie haben es eben erwähnt: Ihre Mannschaft hat oft genug gezeigt, was in ihr steckt – allerdings oft nur phasenweise. War das Ihrer Ansicht nach das größte Problem in dieser Saison?

Linda Steltenkamp: Dass wir es nicht geschafft haben, unsere Leistung konstant über 60 Minuten zu bringen, war durchweg ein großes Problem. Am besten ist uns das noch gegen die Mannschaften gelungen, die weiter oben standen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Rückspiel gegen Adler Münster, das wir mit 22:19 gewonnen haben. Gegen andere Mannschaften wie Neuenkirchen fehlten dann die entscheidenden zwei bis drei Tore. Entscheidend aber war, dass wir die Spiele gegen die anderen Teams aus dem unteren Tabellenbereich abgegeben haben. Nach vielen Misserfolgen war am Ende natürlich kein Selbstvertrauen mehr da. Das ist eine Abwärtsspirale: Man dreht sich im Kreis, wenn man eine Niederlage nach der anderen kassiert. Wenn man unten drin steht, ist es schwierig wieder rauszukommen. Das hat bei uns irgendwann auch einfach in den Köpfen drin gesteckt. Dadurch haben wir uns das Leben zu oft selbst schwer gemacht.

Sie hatten die Mannschaft erst wenige Wochen vor Saisonbeginn übernommen. Hat da auch gemeinsame Vorbereitungszeit gefehlt?

Linda Steltenkamp: Auf jeden Fall. Die gemeinsame Zeit vor dem Saisonbeginn war einfach viel zu knapp, um zum Beispiel neue Spielzüge einzuüben. Außerdem dauert es eine Weile, um sich richtig kennen zu lernen. Ich habe nahtlos an das angeknüpft, was die Mannschaft zuvor eigenständig trainiert hatte. In diesem Zusammenhang ein großes Lob an die Spielerinnen, die sich wirklich gut vorbereitet haben.

Wie wollen Sie Ihre Probleme für die kommende Saison abstellen?

Linda Steltenkamp: Wir wollen während der Vorbereitung möglichst viele gemeinsame Trainingseinheiten mit anderen Mannschaften absolvieren. Außerdem müssen wir schneller werden, gerade was die Beinarbeit und das Laufen angeht. Wenn die Kondition stärker ist, steigt auch die Konzentration, wir minimieren die Zahl der Fehler und dadurch steigt dann hoffentlich auch das Selbstvertrauen.

Wie sehen die personellen Pläne für 2016/2017 aus?

Linda Steltenkamp: Eva Lüke hört erstmal auf. Für sie war es schon in der vergangenen Saison sehr schwierig, Nachwuchs und Handball unter einen Hut zu bekommen. Deshalb möchte sie ein Jahr aussetzen. Auch Linda Homa hört auf. Aber unser Kader soll nicht schrumpfen, sondern wachsen. Deshalb werden mehrere Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft die Vorbereitung mitmachen: Jessica und Laura Jochmaring, Sonja Frerking, Johanna Dahlmann, Maria Grüter und Nicole Joanning. Einige von ihnen werden in den Kreisliga-Kader aufrücken, aber nicht alle. Schließlich wollen wir die zweite Mannschaft nicht zu sehr schwächen. Übrigens wird uns auch Eva Schmedding als Co-Trainerin erhalten bleiben. Sie ist in der vergangenen Saison eine sehr große Hilfe für mich gewesen, wenn ich beruflich verhindert war.

Mitten im Abstiegskampf haben Sie Ihre Zusage für die kommende Saison gegeben. Was motiviert Sie, in einer solchen Situation weiterzumachen?

Linda Steltenkamp: Ich möchte eine komplette Vorbereitung mit der Mannschaft machen. Vor allem aber ist es mit der Mannschaft total angenehm. Die Spielerinnen sind alle sehr motiviert und haben auch weiterhin Lust auf Handball. Trotz des fehlenden Erfolgs macht es mit ihnen Spaß. Deshalb war mir gleich klar: Wenn die Mannschaft das möchte, mache ich weiter.

Es war nicht nur Ihr erstes Jahr als Falke-Trainerin, sondern auch die erste Saison als Senioren-Coach überhaupt. Was war für Sie neu? Was hat Sie vielleicht überrascht?

Linda Steltenkamp: Überrascht hat mich eigentlich nichts. Aber ich habe schon gemerkt, dass es etwas ganz anderes ist, eine Mannschaft im Seniorenbereich zu trainieren als eine Mannschaft im Jugendbereich. Dort hatte ich bisher auch nur die Kleineren trainiert. Da läuft das eher Spielerisch, im Seniorenbereich geht es viel mehr um Taktik.

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